Im Gespräch mit der Friseur-Innung

21.11.2022, 17:16 Uhr

 

Auf Einladung der Tuttlinger Innungsobermeisterin Miriam Jahke gab es einen Dialog zwischen Friseurinnen und Friseuren und der Landespolitik. Dabei wurden die vielfältigen Sorgen der Branche verdeutlicht, und zwar offen und schonungslos:

Die Lockdowns zu Coronazeiten haben den Friseuren sehr zugesetzt. Schwarzarbeit und sog. Kleinstbetriebe machen der Branche bis heute das Leben schwer. Die drohende Rückzahlung von Soforthilfen verstärkt die finanziellen Sorgen angesichts der sich anschließenden Krisen mit schmerzlichen Kostensteigerungen.

Völliges Unverständnis ruft das von der Ampel geplante Bürgergeld hervor. Der Grundsatz, dass sich Leistung lohnen müsse, komme bei Einführung des von der Bundesregierung vorgeschlagenen Bürgergeldes völlig unter die Räder.

Die Unternehmen finden keine Fachkräfte und keine Auszubildenden mehr. Bei immer weniger Azubis aber drohe eine Schließung der Friseurfachklasse in Tuttlingen.

Eine nachhaltige Stärkung könne in der finanziellen Unterstützung derer liegen, die ausbilden. Genauso hilfreich wäre eine Senkung der Mehrwertsteuer im dienstleistungsdominierten Friseurgeschäft auf 7 Prozent.

Das Gespräch verlief sehr emotional, und das war gut so. Wir müssen höllisch aufpassen, dass in unserer Gesellschaft nicht zunehmend eine Schieflage entsteht, die jene verzweifelt zurücklässt, die tagtäglich ihrer Arbeit nachgehen und deren Perspektiven dennoch ständig schlechter zu werden drohen.